Bürgermeisterkandidat und Zweiter Bürgermeister Harald Müller möchte den Betrieb des Hallenbades aufrechtzuerhalten und fordern eine objektive Bewertung.
Mit der auf Antrag der Grünen am 16.12.2025 in öffentlicher Sitzung des Gemeinderates beschlossenen Arbeitsgruppe Hallenbad, in der sich „Vertreterinnen aller Fraktionen des Gemeinderates, der Verwaltung und Vertreterinnen der DLRG schnell und umfassend der Rettung des Hallenbades Oberschleißheim annehmen“ sollten, ist in unserer Gemeinde eine heftige Diskussion entbrannt. Bürgermeister Böck hat in dieser Sitzung gegen die Arbeitsgruppe argumentiert und auch gegen deren Einrichtung gestimmt.
In dem von ihm vorgelegten Haushaltsplan für das Jahr 2026 ist eine Schließung des Hallenbades zum 01.04.2026 abgebildet. Die im Haushalt vorgesehenen Mittel reichen nur noch für wenige Monate bis zur endgültigen Einstellung des Betriebs. Ob der Finanzausschuss Anfang Februar und danach der Gemeinderat beim Beschluss über den Haushalt insgesamt den Vorstellungen von Bürgermeister Böck folgen werden, ist noch offen.
Grundlage der weiteren Diskussion sollten aber zunächst belastbare Zahlen über das jährlich für den Betrieb des Hallenbades anfallende Defizit sein. In seinem Offenen Brief vom 22.01.2026 in der schleissheimer-zeitung.de beziffert Bürgermeister Böck dieses auf etwa 500.000 Euro. Das entspricht dem im Haushaltsplan für das Jahr 2025 angesetzten Defizit, im Jahresabschluss 2025 dürften sich die tatsächlich angefallenen Einnahmen und Ausgaben für das Hallenbad noch deutlich verändern. Allein die viel zu hohen Ansätze bei den Kosten für die Fernwärme spielen hier eine große Rolle.
Das Ergebnis für das abgeschlossene Jahr 2024 liegt vor, das ausgewiesene Defizit beträgt 364.747,95 Euro. Mit einer sicher zumutbaren stärkeren Kostenbeteiligung von Schulen, Vereinen oder gewerblichen Betrieben aus den angrenzenden Kommunen Garching, Haimhausen, Karlsfeld und Unterschleißheim, die bei uns regelmäßig Schwimmbahnen belegen, könnte das Defizit weiter erheblich gesenkt werden. Unabhängig von der Kostensituation im Betrieb muss allerdings immer auch der Gesamtzustand des aus dem Jahr 1972 stammenden Schwimmbades berücksichtigt werden.
Sollten zukünftig Investitionen im hohen 6stelligen Bereich nötig werden, muss eine neue Beurteilung stattfinden. Wir möchten versuchen, den Betrieb des Hallenbades aufrechtzuerhalten und fordern eine objektive Bewertung.
(hm)